Zum Inhalt springen

Litzler Boissons

Aktuelles

Ein Ausflug ins Elsass: Typische Getränke der Region entdecken

Apulien hat weit mehr zu bieten als Primitivo. Sortenreines Olivenöl, Weißweine aus Bombino, Kräuter-Amaro aus dem Gargano: Diese Region …

Femme tenant un verre de Crémant d'Alsace dans une winstub traditionnelle alsacienne avec poutres en bois apparentes

Apulien hat weit mehr zu bieten als Primitivo. Sortenreines Olivenöl, Weißweine aus Bombino und Kräuter-Amaro aus dem Gargano: Diese Region im Süden Italiens vereint eine Vielfalt an Getränken und flüssigen Spezialitäten, die eine eigene Reiseroute verdient. Wer versteht, was hier getrunken wird und warum bestimmte Produkte gerade hier entstehen, erlebt Apulien mit allen Sinnen – eine Dimension, die sich allein durch die Landschaft nicht erschließt.

Primitivo und Negroamaro: zwei emblematische rote Rebsorten Apuliens

Primitivo und Negroamaro sind die beiden Säulen des apulischen Weinbaus. Primitivo wird vor allem in der Gegend um Manduria angebaut (DOC Primitivo di Manduria) und ergibt konzentrierte Rotweine mit Aromen von Schwarzkirsche und Feige. Ihr natürlicher Alkoholgehalt ist aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung im Salento hoch.

Negroamaro, wörtlich „schwarz und bitter“, prägt die Halbinsel Salento. Die Rebsorte bringt tanninreichere, mitunter rustikale Rotweine hervor, aber auch ausgezeichnete Roséweine (die Rosati aus dem Salento erfreuen sich wachsender Beliebtheit). Roséweine aus Negroamaro zeichnen sich durch ihre kupferne Farbe und ihren trockenen Charakter aus – ganz anders als die süßen Rosés aus dem Supermarkt.

Besonders spannend ist die Verkostung in Apulien wegen des direkten Einflusses des Bodens. Weinberge auf Terra Rossa, einem eisenreichen, rötlichen Kalkboden, verleihen den Weinen eine ausgeprägte Mineralität. Ein Vergleich zwischen einem Primitivo aus Gioia del Colle (in höherer Lage auf einem Kalkplateau) und einem Primitivo aus Manduria (in der wärmeren Küstenebene) macht den Einfluss des Terroirs auf dieselbe Rebsorte unmittelbar erlebbar.

Ausführliche Informationen zu diesen Weinbaugebieten finden sich auf der Website Puglia Unpacked. Dort sind Weingüter mit Besichtigungsmöglichkeiten und wichtige Herkunftsbezeichnungen aufgeführt, die man vor der Reise kennen sollte.

Mann schenkt elsässischen Riesling auf einer Steinmauer vor herbstlichen Weinbergen bei Ribeauvillé ein

Weißweine aus Apulien: Verdeca und Fiano jenseits der Rotweine

Apulien wird vor allem mit kräftigen Rotweinen in Verbindung gebracht, doch auch seine Weißweine gewinnen zunehmend an Aufmerksamkeit. Die autochthone Rebsorte Verdeca aus dem Valle d’Itria (dem Gebiet der Trulli zwischen Locorotondo und Martina Franca) ergibt frische Weißweine mit leicht bitterem Abgang. Fiano Minutolo, eine lokale Variante des kampanischen Fiano, besticht durch florale Aromen und eine überraschende Spannung am Gaumen für eine so südlich gelegene Region.

Die DOC Locorotondo, eine der ältesten Weißwein-Herkunftsbezeichnungen der Region, basiert auf einer Cuvée aus Verdeca und Bianco d’Alessano. Gut gekühlt passen diese Weine zu Crudi di Mare (rohen Meeresfrüchten), wie man sie an den Marktständen in Bari und Trani findet.

Die stilistischen Unterschiede zwischen der Adriaküste und dem Landesinneren sind bei einer Verkostung deutlich zu erkennen. Die küstennahen Weinberge profitieren von salzhaltigen Brisen, die den Säuregehalt der Trauben bewahren. Im Landesinneren auf der Murgia, dem zentralen Kalkplateau, entstehen rundere, reifere Weißweine. Ein Vergleich zwischen einem Verdeca aus Locorotondo und einem Fiano aus Castel del Monte zeigt, wie sich Höhenlage und Belüftung auf denselben Jahrgang auswirken.

Olivenöl aus Apulien: Vor der Verkostung die Etiketten lesen

Apulien erzeugt rund 40 % des italienischen Olivenöls. Die jahrhundertealten Olivenbäume im Valle d’Itria und im Salento prägen eine Landschaft für sich. Zwei Sorten dominieren: Coratina ergibt ein scharfes, bitteres und polyphenolreiches Öl, während Ogliarola milder und fruchtiger ist.

Die Bezeichnung DOP Terra di Bari garantiert eine kontrollierte Herkunft und Herstellung. Bei einem Besuch in einer Ölmühle (Frantoio) offenbart die Verkostung frisch gepressten Öls Aromen von Artischocke und grüner Tomate, die in gefilterten Supermarktölen fehlen. Ein Abstecher zu einer Ölmühle zwischen Andria und Bitonto bietet die Gelegenheit, sortenreines Coratina-Öl mit einer regionalen Cuvée zu vergleichen.

Zwei Frauen verkosten auf einer Terrasse im Viertel Klein-Venedig in Colmar Marc aus Gewürztraminer; im Hintergrund stehen bunte Fachwerkhäuser

Familiengeführte Ölmühlen empfangen außerhalb der Hauptsaison oft auch ohne Voranmeldung Besucher. Während der Olivenernte von Oktober bis Dezember ist das Erlebnis besonders eindrucksvoll: Man kann beim Pressen zusehen und das Öl wenige Stunden nach der Gewinnung probieren.

Lokale Märkte und Direktverkauf

Auf den Märkten in Lecce, Ostuni und Monopoli werden lose Öle und handwerklich hergestellte Konserven angeboten. Wer direkt auf dem Markt beim Erzeuger kauft, kann nach der Olivensorte und dem Erntedatum fragen – zwei Angaben, die im Einzelhandel nur selten verfügbar sind.

Amari und Liköre aus Apulien: Digestifs, die man vor Ort entdecken sollte

Apulien hat eine weniger bekannte, aber ebenso tief verwurzelte Tradition der Likör- und Amaro-Herstellung wie Sizilien oder Kampanien. Der ursprünglich aus Kalabrien stammende Amaro del Capo ist auch in Apulien weit verbreitet. Vor Ort stellen handwerkliche Destillateure Amari aus Pflanzen der Macchia her, etwa aus Myrte, Kaktusfeige und wildem Fenchel.

Limoncello aus Apulien wird aus Zitronen vom Gargano (IGP Limone del Gargano) hergestellt. Im Vergleich zu den Varianten von der Amalfiküste schmeckt er weniger süß und hat eine bitterere Zestennote. Der Unterschied wird am Ende einer Mahlzeit besonders deutlich, wenn man beide nebeneinander probiert.

Digestifs in eine Verkostungsroute einbauen

Masserien (umgebaute befestigte Bauernhöfe) servieren zum Abschluss einer Mahlzeit oft ihre eigenen hausgemachten Liköre. So lassen sich Spezialitäten probieren, die außerhalb der Region kaum zu finden sind. Wer nach Besuchen von Weingütern und Ölmühlen am Abend Digestifs verkostet, kann unterschiedliche Geschmacksrichtungen entdecken, ohne den Gaumen zu überfordern.

Verkostungsroute durch Apulien: In drei Tagen die Terroirs verbinden

Drei Tage reichen aus, um die wichtigsten Getränke und flüssigen Spezialitäten Apuliens kennenzulernen – vorausgesetzt, man konzentriert sich auf eine geografisch zusammenhängende Route. Das Dreieck Bari–Locorotondo–Lecce bietet die größte Vielfalt an Terroirs und gut erreichbaren Erzeugern.

  • Tag 1: Weingüter zwischen Gioia del Colle und Manduria besuchen und Primitivo aus Höhenlagen mit dem aus der Ebene vergleichen
  • Tag 2: Vormittags eine Ölmühle zwischen Andria und Bitonto besichtigen, nachmittags Weißweine in Locorotondo verkosten
  • Tag 3: Vormittags den Markt in Lecce besuchen, anschließend in einer Masseria im Salento handwerklich hergestellte Liköre und Amari probieren

Die Reihenfolge der Verkostungen im Tagesverlauf beeinflusst die Wahrnehmung der Aromen spürbar. Am besten beginnt man morgens mit Olivenölen, wenn der Gaumen noch neutral ist, probiert danach Weiß- und anschließend Rotweine und beendet die Verkostung mit Amari oder Likören. So folgt man einer sinnvollen Steigerung der Intensität.

Apulien eignet sich besonders für eine solche Genussreise, weil seine flüssigen Spezialitäten – Wein, Öl und Digestifs – noch überwiegend vor Ort konsumiert werden. Wer sich Zeit nimmt, diese unterschiedlichen Geschmackswelten zu entdecken, gewinnt ein Verständnis für das apulische Terroir, das weder die Trulli noch die Strände des Salento allein vermitteln können.

Ein Ausflug ins Elsass: Typische Getränke der Region entdecken